Sweet thirty – mit 30 wird alles anders, sagten sie.

Es war gar nicht so schlimm, nein wirklich, 30 sein ist wirklich ok. Was musste ich mir vorher alles  anhören…

„Mit 30 ändert sich alles, man geht nicht mehr weg, glaub mir!“, „Mit 30 ging es bei mir so richtig mit den ersten Falten los!“, „Also ich bin mit 30 in ein tiefes Loch gefallen, alleinerziehend und Single, das wars dachte ich!“ …

Und als ich morgens aufwachte war alles… wie immer! Processed with VSCO with m5 presetMein kleiner strohblonder Junge lag wie immer neben mir, die Beine und Füße in mein Gesicht gestreckt, mehr Falten als am Vortag hatte ich auch nicht und in ein tiefes Loch bin ich über Nacht auch nicht gefallen.  Sogar Jonathans Gemaule ließ mir den Start in Tag nicht verderben, er fand es ziemlich unfair, dass ich Geburtstag habe und nicht er. Ja so sind sie, die kleinen Biester, gönnen einem auch nichts. ?

Naja und was soll ich sagen, es ist auch nicht schlimm mit 30 alleinerziehend und Single zu sein, wir leben ja schon sehr lange in dieser Konstellation und sind sogar sehr glücklich und ein tolles Team geworden. Es war dazu ja auch meine Entscheidung mit Jonathan allein zu leben, andere, die vor vollendeten Tatsachen gestellt wurden und plötzlich alleine waren, ging es vermutlich nicht  besser, im Gegenteil… Natürlich heißt alleinerziehend sein doppelte Arbeit, doppelte Anstrengung und manchmal doppelte Verzweiflung, aber es heißt auch doppelt so viel Liebe. Keine Frage, Jonathan ist ein echter Wirbelwind und kostet mich viel Kraft und Nerven, aber dafür ernte ich auch mindestens genauso viele Küsse, Umarmungen und Komplimente, das kann er nämlich auch schon ganz gut der kleine Charmeur. Im Moment schaue ich ihn oft an und frage mich wo die letzten drei Jahre hin sind, wo mein kleines Baby ist undtragebild woher plötzlich dieser kluge lustige Blondschopf kommt. Saß ich doch gerade noch alleine, verzweifelt mit meinem kleinen schreienden Säugling auf dem Arm in einer Wohnung, in der ich nie angekommen war und fragte mich wie ich das alleine schaffen soll. Mit 26 fühlte ich mich als wäre ich gescheitert. Nächte lang lief ich mit schreiendem Baby durch die Wohnung, in der Hoffnung, dass er endlich aufhören würde zu schreien, hatte Augenringe bis zum Boden, kaum gegessen und vom Elterngeld konnten wir auch keine großen Sprünge machen. An manchen Tagen, an denen ich einfach nur funktionierte kann ich mich kaum erinnern, vielleicht ist das auch besser so. Oft stopfe ich Erinnerungen an die erste Zeit ganz schnell zurück ins Regal, wenn sie mir in die Hände fallen, aber immer häufiger schaue ich auch gerne zurück, auf das was in der Zeit bis heute passiert ist und auf das was wir geschafft haben, dass wirklich alle recht hatten mit der Standardfloskel „Alles wird gut, das wird wieder!“  Ich hätte es damals nicht geglaubt und bin sehr stolz auf uns, dass ich daran so gewachsen bin und natürlich auch auf Jonathan, dass er so ein aufgeschlossener, unbeschwerter Junge ist.

Eigentlich  hatte ich noch vor ein bisschen von meinem Ehrentag und der Party zu erzählen, glaube aber, ich lasse das nun einfach so stehen, ich hatte aber einen tollen Tag und eine tolle Party, mit all meinen Lieben, fast allen.

Bis bald,

Claudia

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  1. 4. September 2017 / 14:06

    EIn wirklich schöner und ehrlicher Beitrag. Und nein, das Leben ist mit 30 bestimmt noch nicht zu Ende..ich finde viel mehr, jedes Jahrzehnt hat seine Vorzüge und die Zeit anhalten kann man ja eh nicht 🙂 Toll, wie du das alles meisterst! LG, Tiziana von Honestlyps

    • 4. September 2017 / 14:10

      Danke für deinen lieben Kommentar. Ich denke auch, man muss nur wissen was man damit anstellt. Herzliche Grüße aus Hamburg

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